Resonanzen LUFT 1 – Hanne Römer

JAHRESPROJEKT RESONANZEN

Resonanzen 2026 Hör-Stück Hanne Römer1

Hanne Römer

/.aufzeichnensysteme

L U F T 1 (Hör / Stück)
Sonntag, 26. April 2026, 15.00 Uhr

Turbulenzen, Tiere, Tusche, Töne – alles liegt in der L U F T, die als Tonträger unterschiedslos transportiert, was sich in sie einmischt: Trennen ist die Kunst: Rätselhaftes, Absonderliches aufgebauscht zu einer Fülle von Assoziationen garantiert.

Eintritt gegen Spende.
Bild und Text: Hanne Römer

“Klatschen, abtauchen – die Geste des Wesens ist unmissverständlich. In den Weiten eines Habitats treibt die Forscherin sich herum, schneidet Töne aus der Landschaft, aus der Luft, aus einem Zusammenhang, formt Klicks und Bites aus den Bissen und Happen der Äste und Zweige schälenden Nager, schreibt und verschneidet Texte zu Büchern und Hörstücken, verwandelt natürliche in künstliche Kommunikationen.

Selten sticht der Eisvogel durch Verkehrslärm. Insofern es um die dringend benötigte Luft geht, die uns noch bleiben sollte, um weiterzumachen, geht es auch um die Pause. Wo keine ist, geht es um Raum, den sie nicht hat. Namen aber, die mit einem Punkt markiert sind, sind dem System vorbehalten, diktiert eine Anweisung, über die sich die .aufzeichnensysteme der Forscherin leichtsinnig hinwegsetzen mit dem Grundsatz: Die Luft ist nicht rein. Aber sie kann dazulernen.*

Die idealisierende Naturaufnahme, resp. was noch von ihr übrig ist, erscheint dekonstruiert, sorgfältig eingebettet und narrativ aufgeladen (u. a. von Text aus DATUM PEAK) zu einer Erzählung, die fortwährend verpufft: L U F T, begriffen als Tonträger und poetisch-wesenhafte, gleichsam demokratische Größe, schließt alle/s ein und nichts aus, kämpft jedoch mit sich einmischendem, parasitären. Eine Form der künstlerischen Gegenwehr – die unter allen Bedingungen bedingungslose Konzentration auf das Schreiben, Zeichnen, Hören – lenkt den betulichen Blick in die schwelenden Abgründe einer in Wahrheit stets unvollständigen, gestörten Wirklichkeit. Der Verzicht auf Effekte rückt die aufwendige Feinarbeit einer mosaikstückartigen Montage in den Fokus, die in konzisen Sprüngen und Verschiebungen die Ambivalenz inszenierter und dokumentarischer Aufnahme verstärkt.

So radikal das 45-minütige Hörstück eine Realitätsflucht unterbindet, so kunstvoll überspannt es seine Unantastbarkeit als Kunstwerk, dessen Instrumentalisierung es mit einem teuflischen Tabu abwehrt und versiegelt: Luzifer! (= noli me tangere) schnauzt das – von unwissentlich das Aufnahmegerät angreifenden und es somit in unerwünschte Erscheinung bringenden Passanten – abrupt zur Kollision gebrachte, versehrte Hörbild. Jene umgehend seiner Fiktion einverleibend.“

L U F T als Buch ist seit dem 20.03.2026
bestellbar im Handel / im Ritter Verlag


Die Ausstellung und das Projekt „Resonanzen“ wird gefördert durch
in 2025

sh_de_Bildung+Wissenschaft+Forschung+Kultur_logo

und in 2026

logo_kulturstiftung
logo_Versorgungsbetriebe Elbe gmbh