Stipendiat:innen 2026 de

STIPENDIEN 2026

Erstpräsentation der Stipendiat:innen

Samstag, 6. Juni 2026, 11.00–13.00 Uhr

Erstpräsentation der aktuellen Stipendiat:innen 2026

Eliana Kirkcaldy – Internationales Residenzstipendium für Kuration in der Literatur

Boris Loginov – Nationales Arbeitsstipendium mit Kind, Komposition

Carsten Schneider – Internationales Residenzstipendium Komposition

Meral Ziegler – Internationales Residenzstipendium Literatur

Mihyun Maria Kim – Internationales Residenzstipendium Bildende Kunst

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Bewerber:innen und bedauern es sehr, nicht mehr Stipendien vergeben zu können. Es haben uns 2026 insgesamt etwa 250 Einsendungen von hoher Qualität erreicht. Wir schätzen die Arbeit sehr, die Sie in Ihre Bewerbungen investieren und möchten Sie ermutigen, sich auch im nächsten Jahr wieder zu bewerben.
Pressemitteilung als PDF zur Vergabe der fünf Stipendien im Künstler:innenhaus Lauenburg für 2026


Eliana Kirkcaldy, Foto: Niko Paijola



Eliana Kirkcaldy

Internationales Residenzstipendium für Kuration in der Literatur

Eliana Kirkcaldy studierte zeitgenössischen Bühnentanz sowie Kulturwissenschaft in Köln, Hildesheim, Porto und Berlin. Sie ist Gründungsmitglied der Zeitschrift „Berlin Review“ sowie Mitglied des Lyrikkollektivs „das ad hoc“. Derzeit arbeitet Eliana an einem Publikationsprojekt zu Leben und Werk der französischen Autorin Colette Peignot. Während ihres Aufenthalts im Künstler:innenhaus Lauenburg wird sie sich mit Praktiken und Politiken des Übersetzens auseinandersetzen. Als Stipendiatin für Kuration in der Literatur, wird Eliana Kirkcaldy vor diesem Kontext drei Veranstaltungen in Lauenburg und Hamburg entwickeln.

Das Stipendium ist eine Kooperation mit der Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

Logo Hamburg Behoerde für Kultur und Medien



Boris Loginov, Foto: Elza Loginova


Boris Loginov

Nationales Arbeitsstipendium mit Kind, Komposition

Boris Loginov (*1990, Kyjiw) ist ein ukrainischer Komponist und Performer, der in Freiburg lebt. Sein Schaffen umfasst instrumentale und elektroakustische Musik und bewegt sich oft zwischen zeitgenössischer Konzertpraxis und interdisziplinären Performances. In seiner aktuellen künstlerischen Auseinandersetzung beschäftigt er sich mit Fragen von Erinnerung und Zeit sowie mit der Ambivalenz, die durch das Nebeneinander scheinbar widersprüchlicher Ideen entsteht. 

Zuletzt erhielt er ein Stipendium im Rahmen des DAAD-Programms „Artists-in-Berlin“ (2025) und eine Residenz am Dartmouth College im Rahmen des Harris-Programms (USA, 2024). 

Loginov studierte Komposition an der Nationalen Musikakademie der Ukraine und als Stipendiat des Programms „Gaude Polonia“ an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau. Derzeit setzt er sein Studium an der Hochschule für Musik Freiburg fort. Seine Musik wurde auf Festivals wie den Kyiv Contemporary Music Days, dem Gaudeamus Festival, Jauna Muzika, Translationale Berlin, dem Up To Three Festival, dem Mixtur Festival und vielen anderen aufgeführt. In 2026 erhält Boris Loginov das Arbeitsstipendium für Komponist:innen mit Kind des Künstler:innenhaus Lauenburg, wo er im Dialog mit dem historischen und räumlichen Kontext des Ortes ein neues Werk entwickeln wird. 


Carsten Schneider, Foto: JM


Carsten Schneider

Internationales Residenzstipendium Komposition

Carsten Schneider (*1971 Bad Oldesloe) ist Komponist und Medienkünstler. Er arbeitet mit Originalton, Montage und Regel-Systemen: Radio-Alltagssprache wird analysiert, seziert und als polyphones Gewebe neu komponiert; parallel entstehen korrespondierende Wort-Collagen aus Zeitung. Seit 2009 entwickelt Schneider in der Serie „Die Konstruktion des Deutschlandfunks“ zahlreiche Originaltonkompositionen, die die Musikalität von Sprache und die Rhetorik des Rundfunks hörbar machen.

Im Künstler:innenhaus Lauenburg erarbeitet er das Stück „… und eines Tages im Deutschlandfunk“: Grundlage ist der Mitschnitt eines vollständigen DLF-Programmtages. Sämtliche Passagen werden auf das Konjunktionswort „und“ sowie das unmittelbar davor und danach stehende Wort reduziert. Aus Hunderten semantisch aufgeladenen Mikro-Formeln („dies und das“, „gestern und morgen“) entsteht eine 20–40-minütige chorische Sprach-Komposition, die Ordnung und Überfluss des Mediums zugleich bündelt und bricht.


Meral Ziegler, Copyright barracuda film


Meral Ziegler

Internationales Residenzstipendium Literatur

Meral Ziegler ist Autorin und Kuratorin. Ihre literarischen Arbeiten erscheinen als Bücher, Performances und Drehbücher. 2015 erschien die Jugendbuch-Nouvelle „Feier dich!“ (Verlagsgruppe Oetinger), 2021 die Textsammlung CON TEXT (Lektora Verlag) – für die Veröffentlichungen erhielt sie Stipendien und Auszeichnungen, darunter den Literaturförderpreis der Stadt Konstanz. 

Ab 2020 schrieb und moderierte Ziegler vermehrt Medienformate, war Teil von Writers’ Rooms für Serien, Podcasts, TV- und Spielfilmproduktionen, die u.a. im WDR, KiKa, ARD Mediathek erschienen. Zeitgleich begann Ziegler nach ihrem Masterabschluss als studierte Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin für renommierte Institutionen in Deutschland und den USA zu arbeiten. 

Während der Residenz im Künstler:innenhaus Lauenburg arbeitet Meral Ziegler an ihrem Debütroman „NOKTA“, der ebenfalls durch das Residenzstipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen und den Kreationsbeitrag Literatur der Schweizer Kulturstiftung ProHelvetia unterstützt wird.


Mihyun Maria Kim, Foto:


Mihyun Maria Kim

Internationales Residenzstipendium Bildende Kunst

Als interdisziplinäre Künstlerin widmet sich Mihyun Maria Kim intensiven Recherchevorhaben, die das koreanische „Han“ im Zusammenhang mit anderen (un)übersetzbaren Affekten untersucht, die mit Sehnsucht verbunden sind und durch Unterdrückungssysteme in (ent)wurzelten Körpern aufrechterhalten werden. „Han“ ist eine (un)übersetzbare koreanische Gefühlsregung, die mit historischer, unbewältigter Trauer, getrennten Familien und dem Verlust kollektiver Identität assoziiert wird. Han ist eine Anhäufung von generationenübergreifendem Trauma, das im nordamerikanischen Kontext durch ausgebliebene Assimilation und Entwurzelung/Migration aufrechterhalten wurde. Durch relationale und interdisziplinäre Methodik werden soziale Aspekte unübersetzbarer Affekte und ihre Verankerung in Körpern, Zeiträumen sowie Lücken zwischen (generationsübergreifendem) Gedächtnis und Vorstellungskraft als Formen radikaler Möglichkeiten verstärkt. Methoden der körperlichen Erschöpfung, Poesie, Klang, Performance und die Installation von geerbten und neuen Objekten, die auf den Raum reagieren, werden von M. Maria Kim eingesetzt, um Formen von Han zu durchdenken.


Die Stipendien werden finanziert durch Mittel des Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein.

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